Kinder- & Jugendbeteiligung

Teilhabe und Beteiligung sind unser Grundsätze.

Kinder und Jugendliche wollen ihre Welt gestalten – und sie haben das Recht dazu. In den Jugendverbänden im Landkreis passiert das tagtäglich: junge Menschen entscheiden mit, übernehmen Verantwortung, diskutieren gemeinsam Lösungen und bringen ihre Perspektiven ein. Diese Form der Selbstbestimmung ist eines der stärksten Merkmale guter Jugendarbeit – darauf sind wir sehr stolz.

 

Als Jugendring Enzkreis e.V. setzen wir uns dafür ein, dass junge Menschen überall dort beteiligt werden, wo es um ihr Leben, ihr Umfeld und ihre Zukunft geht. Ob im Verein, in Jugendgruppen, im Ortsteil, in der Familie oder in politischen Prozessen – Beteiligung beginnt im Kleinen und wirkt weit darüber hinaus. Sie braucht Räume, in denen junge Menschen wirklich gehört werden, und Erwachsene, die bereit sind, Verantwortung zu teilen.

 

Wir wissen: Beteiligung ist kein Selbstläufer. Sie gelingt dann, wenn Fachpersonen, Ehrenamtliche und Entscheidungsträger*innen eine positive Haltung einnehmen und Teilhabe aktiv ermöglichen. Wenn sie jungen Menschen Vertrauen schenken, Strukturen öffnen und sie in ihren Ideen bestärken. Unser Anspruch ist es, genau diese Haltung im Enzkreis sichtbar zu machen und zu stärken. 

Unsere Haltung: Beteiligung ist ein Qualitätsmerkmal

 

In den Jugendverbänden im Enzkreis wird Beteiligung nicht nur eingefordert – sie wird gelebt. Junge Menschen gestalten ihre Gruppen, Aktionen und Entscheidungen selbstbestimmt und auf Augenhöhe. Darin stecken demokratische Bildung, gelebte Verantwortung und eine klare Botschaft: Jugend ist nicht nur Zielgruppe, sondern aktive Gestalterin.

Als Jugendring unterstützen wir diese Prozesse, vernetzen Engagierte und setzen uns dafür ein, dass Beteiligung überall im Landkreis als fester Bestandteil der Jugendhilfe verstanden wird. Denn nur, wenn junge Menschen ernsthaft beteiligt werden, entsteht eine Gesellschaft, in der ihre Stimmen zählen und ihre Perspektiven Raum bekommen.

Jugendgemeinderat, Jugendforum, digital oder doch ganz anders!?

 

Beteiligung passiert selbstverständlich nicht nur in Jugendverbänden. Junge Menschen bringen ihre Perspektiven an vielen Orten ein – in Jugendgemeinderäten, Jugendforen, Projektgruppen, Schulkonferenzen, digitalen Beteiligungsformaten oder bei offenen kommunalen Jugendbeteiligungen. Jedes Format bringt eigene Stärken mit: Manche ermöglichen politische Mitgestaltung auf kommunaler Ebene, andere eröffnen niedrigschwellige Zugänge oder schaffen Räume für kreative Ideen. Und ja, jedes hat auch Grenzen – aber genau deshalb braucht es Vielfalt. 

Als Jugendring Enzkreis e.V. stehen wir an der Seite dieser Formen. Denn junge Menschen bewegen sich in unterschiedlichen Lebenswelten, Milieus und Alltagssituationen. Was in einer Kommune funktioniert, passt nicht automatisch in die nächste Jugendgruppe – und was in einem Jugendverband selbstverständlich ist, braucht in einer Schule oder im Rathaus oft erst strukturelle Öffnung und mutige Erwachsene, die Jugendlichen zutrauen, mitzureden.

Wichtig ist uns: Der Mix macht’s. Vielfalt der Formate bedeutet Vielfalt der Zugänge. Und damit echte Chancen für junge Menschen, überall dort mitzugestalten, wo es ihnen wichtig ist. Wir unterstützen diese Beteiligungsprozesse aktiv – indem wir beraten, begleiten, vernetzen und da sind, wenn Kommunen, Schulen oder Vereine Unterstützung brauchen, um gute Beteiligung möglich zu machen.

Netzwerken für junge Beteiligung

Wir wollen Partizipation und Teilhabe junger Menschen im Enzkreis stärken. Daher bringen wir Menschen zusammen, die beruflich damit zu tun haben, Kindern und Jugendlichen eine Stimme zu geben.

Jugendbeteiligung international

2021 bis 2023 fand das EU-geförderte Projekt SAYouth statt, bei dem der Jugendring Enzkreis beteiligt war. Bericht, Video und O-Töne haben wir auf unserer Aktionsseite.

Jugendbeteiligung stärken – auch bei Gegenwind 

Wie gelingt gute Kinder- und Jugendbeteiligung, wenn Vorbehalte, Unsicherheiten oder Widerstände auftauchen?

Mit dieser Frage beschäftigte sich der Fachtag „Segeln bei Gegenwind – wie stärken wir Kinder- und Jugendbeteiligung?“ der Servicestelle Kinder- und Jugendbeteiligung Baden-Württemberg und der Akademie für Kinder- und Jugendparlamente BW. Einen zentralen Impuls setzte die Referentin Anna Grebe mit ihrer Keynote zu Widerständen gegen Jugendbeteiligung. 
Dabei wurde deutlich: Jugendbeteiligung ist weit mehr als ein freiwilliges Extra.

Jugendbeteiligung  stärkt demokratische Kompetenzen, vermittelt jungen Menschen Selbstwirksamkeit und verbessert das Zusammenleben vor Ort. Gleichzeitig profitieren Kommunen, Vereine und Organisationen von neuen Perspektiven und Ideen. Besonders spannend war der Blick auf die Ursachen von Widerständen. 

Häufig entstehen Vorbehalte nicht aus Ablehnung gegenüber jungen Menschen, sondern aus Unsicherheit, Angst vor Kontrollverlust oder eingefahrenen Strukturen. Veränderungen lösen bei vielen Menschen zunächst Skepsis aus – gerade dann,  wenn bestehende Abläufe oder Rollenbilder infrage gestellt werden. 

Die Keynote machte außerdem deutlich, dass echte Beteiligung eine bewusste Haltung braucht. Junge Menschen müssen als Expert*innen ihrer eigenen Lebenswelt ernst genommen werden. Dafür braucht es Offenheit, gute Kommunikation und die Bereitschaft, Verantwortung zu teilen.

Für die Praxis gab Anna Grebe konkrete Impulse mit: Beteiligungsprozesse brauchen klare Ziele, starke Netzwerke und ein gutes Verständnis kommunaler Abläufe. Wer weiß, wie Entscheidungen entstehen und wer beteiligt werden muss, kann Jugendbeteiligung wirksamer gestalten und langfristig stärken. 


Der Fachtag zeigte eindrücklich: Gegenwind gehört zur Beteiligung dazu. Umso wichtiger sind Menschen, die sich dafür einsetzen, jungen Stimmen Raum zu geben und demokratische Mitgestaltung aktiv zu fördern. 

Foto: Jürgen Cyranek

Dr. Anna Grebe gehört zu den profilierten Stimmen im Bereich Jugendpolitik und Jugendbeteiligung in Deutschland. Aus ihrer langjährigen Arbeit in Jugendverbänden und zivilgesellschaftlichen Organisationen bringt sie ein tiefes Verständnis für die Lebenswelten junger Menschen ebenso mit wie für die Herausforderungen politischer Entscheidungsprozesse. Als Beraterin, Moderatorin, Autorin und Podcasterin unterstützt sie Kommunen, Verbände und Institutionen dabei, Beteiligung wirksam zu gestalten und junge Perspektiven in Politik und Gesellschaft sichtbar zu machen. Ihre Arbeit verbindet die Themen Medien, Politik und Partizipation mit dem Ziel einer generationengerechten und demokratischen Zukunft. 

(Foto: Jürgen Cyranek )