Aktuelles Jugendring Enzkreis e.V.

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International Youth Camp


„Ich habe in diesen 16 Tagen mehr gelacht als sonst das ganze Jahr nicht“, schreibt Christel im Auswertungsbogen, den die Teilnehmenden des Internationalen Jugendcamps am Ende der Jugendbegegnung ausfüllen sollen; dabei ist die neunzehnjährige Französin durchaus kein Kind von Traurigkeit. Auch die Rückmeldungen der anderen sind begeistert, fast euphorisch, und zeigen: Das Camp im tschechischen Litomyšl war ein voller Erfolg.

Zum Finale im kleinen Theatersaal des ostböhmischen Städtchens waren Landrat Karl Röckinger und Kreisrat Hans Vester sowie Antonietta Acerenza, Consiglere der italienischen Partnerprovinz Reggio Emilia, angereist. Röckinger betonte in seinem Grußwort, dass für ihn das Jugendcamp ein herausragendes Modell für ein vereintes Europa sei, und bedankte sich bei den Organisatoren, allen voran dem Jugendring Enzkreis, sowie bei der Stadt Litomyšl für deren Gastfreundschaft.

Auch wenn die 50 Jugendlichen hier ihre Ferien verbrachten und der gemeinsame Spaß natürlich im Vordergrund stand – „das Jugendcamp ist richtige Arbeit – für jeden von euch!“ Mit diesen Worten hatte Jürgen Hörstmann, der beim Landratsamt für die internationalen Kontakte zuständig ist und das Camp leitete, die jungen Europäer zu Beginn auf zwei „harte Wochen“ eingeschworen: „Ihr habt hier eine einmalige Chance, neues auszuprobieren und Freundschaften zu schließen – nutzen müsst ihr sie selbst!“

„Ich bin sehr zufrieden, wie das Camp in diesem Jahr gelaufen ist: Trotz vieler neuer Teilnehmer hatten wir von Anfang an eine sehr dichte Atmosphäre“, fasst Hagen Klee, Vorsitzender des Kreisjugendrings, seine Eindrücke zusammen. Egal ob Polen, Deutsche, Kroaten, Spanier oder Italiener – „die Jugendlichen haben schnell über die Nationengrenzen hinweg miteinander Kontakt aufgenommen“, so Klee. Seiner Erfahrung nach werden sich daraus wieder zahlreiche dauerhafte Freundschaften entwickeln. Erstes Indiz sei die Vielzahl an E-Mails und Facebook-Einträgen, die die Jugendlichen nun, nach dem Camp, austauschen. Auch einige gegenseitige Besuche sind bereits fest geplant.

Neben fünf Workshops war eine reiche Auswahl an zusätzlichen Aktivitäten geboten: Ein Ausflug nach Kutná Hora (Kuttenberg), eine zweitägige Trekkingtour mit Übernachtung, ein tschechischer Kochkurs sowie eine Reihe von Diskussionsabenden über „Europa“ standen auf dem Programm – nicht zuletzt, weil das Camp durch das EU-Programm „Youth in Action“ gefördert wurde.
„Czech-in for Europe“ hieß die Show, die Höhe- und Schlusspunkt des Camps war. Die Beiträge der Workshops griffen dieses Motto auf: So ließen die „Videots“, angeleitet von Grzegorz Kowalski, den alle nur „Kowal“ nennen, in ihrem Film einen Jumbojet auf dem Marktplatz von Litomyšl landen und die Passagiere anschließend im „Hotel Europa“ einchecken. Zuvor hatte der Tanz-Workshop auf „I feel good“ Szenen in der Flughafenhalle geboten – die Choreografie hatte Maria Bayarri mit ihren fünfzehn Mädchen und zwei Jungs erarbeitet.

Eine harte Nuss hatte der Theaterworkshop zu knacken: Improvisations-Theater auf Englisch. Doch die Nachwuchsschauspieler waren von Angela Cuevas und Claudio Ferrari gut vorbereitet worden und lösten die Aufgaben, die ihnen gestellt wurden, mit Bravour. Immer wieder provozierten sie mit ihren spontanen Szenen Lachsalven – allen voran Marcello mit seiner Pinguin-Interpretation. Musikalisch gestaltete der Musikworkshop die Show: Hagen Klee und David Jirsa war es tatsächlich gelungen, aus den jungen Musikern eine Band zu formen, die sogar zwei Songs selbst schrieb – trotz erheblicher Unterschiede in der Beherrschung der Instrumente.

„Spätestens nächstes Jahr sehen wir uns wieder“, versprachen sich die Jugendlichen. Dann soll das Camp in der spanischen Provinz Albacete stattfinden. „Wenn der Abschied ein Gradmesser ist, dann hatten wir ein tolles Camp“, sagt Jürgen Hörstmann – die Jugendlichen hätten ausgesprochen tränenreich Abschied voneinander genommen: „Sogar die Frauen des Küchenteams, die immer wieder versucht hatten, uns etwas Tschechisch beizubringen, bekamen feuchte Augen.“

Fotos, Videos u. v. m. vom diesjährigen und den vergangenen Camps und findet ihr unter www.interyouca.com